Mailflut und kurze Nachricht

Digitale Kommunikation ist für mich als Begriff schwierig. Er macht eine Differenzierung auf, die ich im engeren Sinne nur bedingt verstehe. Ich frage mich, wann eine Kommunikation digital ist? Geht es hier die Technik die verwendet wird, oder geht es vielmehr um den Modus, den ich in einem bestimmten Kontext verwende? Oder doch um das, was Watzlawick hierzu sagt?

Geht es um Technik (Geräte, Apps, etc.), dann ist die Sache vermeintlich leicht zu verstehen. Analoge Inhalte werden digitalisiert und übermittelt. Ein Vorteil wäre dann die Schnelligkeit, mit der eine Nachricht übermittelt werden kann. Sowohl synchrone als auch asynchrone Möglichkeiten der Kommunikation sind möglich. Von der Email, über die Nutzung von Instant-Messengern bis hin zur Videotelefonie ist hier viel denk-, mach und umsetzbar. Durch die mannigfaltigen Zugriffsmöglichkeiten ist Kommunikation nahezu immer und ständig möglich – sei es auch mal heimlich in einer Konferenz; per WhatsApp; mit dem Handy; unter dem Tisch….

Auf der anderen Seite scheint mir jedoch die Frage des Modus die wesentlich interessantere: Auf welche Weise kommuniziere ich über welchen Kanal? Ich stelle bei mir selbst fest, dass ich höchst unterschiedlich kommuniziere; unterschiedlich je nach Kommunikationsweg. Und dann macht es für mich nochmals einen Unterschied, mit wem ich jeweils auf der anderen Seite kommuniziere.

Mails versuche ich möglichst „klassisch“ zu gestalten, während ich bei WhatsApp und Signal schon mal schneller ein Emoticon (interessant dazu) verwende. Während meine Mails jedoch meist eher offiziell sind, so sind die Messenger-Dienste für „Privates“ reserviert. Sachen über oder zur Arbeit versuche ich ausschließlich per Mail zu klären. Einen vertraulicheren Ton versuche ich zu vermeiden. Dennoch unterscheidet sich die Art und Weise, wie ich eine Email verfasse von der Art, wie ich eine Konversation auf Signal gestalte. Während das eine klar konzeptionell schriftlich zu verorten ist, wird auf WhatsApp und Signal konzeptionell mündlich agiert. Damit wird die Kommunikation, verstärkt durch den Einsatz von Emoticons, privater und „herzlicher“. Dazu passt, dass ich nahezu jeden, mit dem ich per Instant-Messenger Kontakt habe duze.

Für gewisse Formen der Teamarbeit verwende ich Slack, was mal mehr mal weniger gut funktioniert.

Die wichtigsten Dinge versuche ich jedoch immer noch in einem persönlichen Gespräch zu klären. Hier ist für mich der Austausch einfach noch am schnellsten. Ich muss nicht ständig schriftlich nachfragen…

Interessant ist für mich, wie man die Flut an Mails von der Arbeit reduzieren kann. Regelmäßig quilt mein Email-Postfach über. Dabei sind es vor allem weitergeleitete Mails, die für mich einen großen Zeitfresser darstellen. Zwar wird schon im Vorfeld darauf geachtet, dass nur relevante Mails weitergeleitet werden, jedoch kommen dazu noch Mails von Kollegen, Eltern, Betreuern, Sachverständigen, Sozialarbeitern, etc. Viel virtuelles Holz!

Ich habe für mich einen Modus gefunden, der mich doch ein wenig entlastet. (Dienstliche) Mails werden nicht von privaten Geräten abgerufen (was übrigens auch für sämtliche andere Kanäle gilt). Zudem habe ich für mich klare Zeiten ausgemacht, wann ich Mails anschaue und bearbeite. Zusätzlich habe ich auch die Zeit begrenzt, die ich für die Bearbeitung verwenden möchte. Das klappt meist ganz gut.

 

Beitrag zur Beitragsparade der Edupunx für Januar 2018 

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~ von Manuel Altenkirch - 24. Januar 2018.

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