Historisches Lernen mit dem Handy?

Arbeiten in Heidelberg, wohnen in Mannheim. Wenn nur der Weg nicht so weit wäre. Jedoch bietet meine tägliche Fahrt mit der S-Bahn die Chance mir ein paar Gedanken zu machen: Heute denke ich über mögliche Nutzungen von Tablet-PCs für die Disziplin Geschichte oder den Geschichtsunterricht nach.

Seit nicht ganz vier Tagen darf ich zu Testzwecken ein HTC-Flyer  (Android als Betriebssystem) nutzen. Nach meiner ersten Euphorie ist diese bisher noch nicht gewichen. Vielmehr gewinne ich das kleine Tablet von Stunde zu Stunde mehr lieb. Es ist einfach zu schön, dass einige Aufgaben (Notizen, Terminverwaltung, PDFs im Zug lesen, etc.) effizienter erledigt werden können. Nun gilt es aber, diese sinnvollen Erweiterungen für den Büroalltag inhaltlich hinter mir zu lassen und konkretere Anwendungsmöglichkeiten in den Blick zu nehmen.

Daniel Bernsen hat hier bereits erste Überlegungen für einen Einsatz mobiler Endgeräte formuliert, die durchaus interessant klingen. Gerade die Idee, mit multimedialer Unterstützung historische Orte zu erleben, finde ich sehr gelungen. Nur bleibt die Frage, ob man dies so einfach (aber gleichzeitig auch gut) für ein mobiles Endgerät umsetzen kann??? Da der „Konzern mit dem Apfel“ bei der Nutzung seines Software Development Kit (Sdk) einen eher restriktiven Weg geht und möglichen „App“-Entwicklern keinen freien Zugang bietet, muss man auch an Alternativen denken. Ich habe mir heute mal das Sdk für Android angesehen, jedoch bedarf es hier einer vertieften Auseinandersetzung mit der Software. Dafür fehlt mir jedoch gerade die Zeit (und wahrscheinlich auch ein wenig die mangelnde Kenntnis in Programmiersprachen). Andere Programme, die im Internet zu finden sind, haben sehr oft den Nachteil, dass für ihre Nutzung z.T. horrende Summen verlangt werden – nichts also, um es langfristig zu nutzen.

Beide großen Player verwehren mir also aufgrund verschiedener Gründe die eigenständige Entwicklung von Apps. Was also nun?

Eine sehr interessante Sache, die auch Bernsen kurz aufzählt, wäre eine Art „Guided Tour“ zu entwickeln, eine „App“ also, die Informationen über einen historischen Ort bereitstellt. Denkbar wäre hier etwas, das sich zunächst an „Google-Earth“ Touren orientiert, die bei uns im Hause schon entwickelt wurden. Darin könnten dann multimediale Inhalte aufgenommen werden; medienadäquat aufbereitet natürlich. Ich denke hier an eine „Kombination“ aus Podcast und Power-Point – multimediale Inhalte eben. Die Stationen, an denen dann diese Informationen abgerufen werden könnten, sollten über GPS-Koordinaten zunächst vor Ort gefunden werden. Um den Speicherbedarf niedrig zu halten, könnten QRCodes zum Einsatz kommen. Diese könnten nur einige wesentliche Informationen und Links auf kleinere Inhalte enthalten, die speziell zur Ansicht auf portablen Endgeräten geeignet wären. Der Besuch eines historischen Ortes könnte so um weitere Inhalte bereichert werden. Nur darf der Ort als solcher nicht hinter dem medialen Brimborium verschwinden. Denn jedwedes Material sollte den Ort „ergänzen“, nicht aber übertünchen.  Das Erleben des Ortes sollte im Vordergrund stehen, nicht aber die Nutzung multimedial aufbereiteter Informationen. Diese könnten ja ohne weiteres auch ohne vor Ort sein zu müssen, genutzt werden.

Sofern mir meine Zeit dies erlaubt, werde ich versuchen diese Gedanken noch etwas weiter zu verfolgen, scheint hier doch im Augenblick ein besonderes Interesse zu bestehen.

P.S. Den Text habe ich mit dem Tablet erstellt.

 

Advertisements

~ von Manuel Altenkirch - 14. März 2012.

Eine Antwort to “Historisches Lernen mit dem Handy?”

  1. Ich würde das gar nicht so stark auf Apps fokussieren. Zum einen bieten mobile Engeräte, die sich auch für historisches Lernen eigenen, die früher nur mit Aufwand für jeden Schüler zu organisieren waren: Fotoapparat, Filmkamera, Diktier-/Tonaufnahmegerät usw. Diese eignen sich vor allem zum Dokumentieren, mit den Aufnahmen kann dann weiter gearbeitet werden: Analyse, Vergleich oder auch das Erstellen eigener Produkte. Zum anderen sind viele Informationen vor Ort ohne Apps, sondern markenunabhängig über Browser auf- und abrufbar, wie z.B. digitale Karten oder Online-Lexika.
    Was Apps zur Tourenerstellung angeht, so gibt es zur Zeit mehrere Projekte, die dabei sind, entsprechende Apps zu erstellen, die dann von Lehrkräften oder besser Lernern nur noch mit Inhalten (Bilder, Texten usw.) gefüllt werden müssen. Das dürfte in dem Bereich einen ähnlichen Durchbruch bringen wie es Blogs für das Erstellen eigener Webseiten waren. (Ok, vielleicht ein etwas weit hergeholter Vergleich, aber ich glaube, das Prinzip ist schon ähnlich. ;))

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: